Montag, 22. November 2010

Zuviel des Guten


kann ganz ganz ganz wunderbar sein.


ganz ganz ganz ganz ganz.

Muss aber nicht.

Ich fühle mich jetzt wie ein Stück Würfelzucker und dufte selber wie ein Mandelkeks. Gut, dass ich nicht mehr vor die Tür muss, da würden bestimmt alle Kekssüchtigen über mich herfallen Und dann würde ich genau wie Grenouilles enden. Falls ich spurlos verschwinden sollte, dann wisst ihr ja: ich bin nach dem Keksebacken vor die Tür und es ist kein Krümel mehr übrig.

Das Fräulein M. und der kleine Herr L. liegen natürlich längst in ihren Betten und haben ein echt süßes Lächeln auf den Lippen. Noch ahnen sie nicht, dass ich das alles morgen ins Büro schleppe.

Gebastelt und gestrickt wird hier übrigens auch noch, falls sich und bald mich das jemand fragen sollte. Aber das Licht im November ist so scheiße, ich kriege einfach keine akzeptablen Fotos hin.

Freitag, 19. November 2010

Auf dem Nachttisch


Vor über 15 Jahren hat der große P. dieses anmutige Stofftier zu Weihnachten bekommen. Von der Tochter der wunderschönen Tante R. aus W. Das Viech gab es in einem Schuhgeschäft zu kaufen. Es hat einen Reißverschluss am Bauch und kam mit drei oder vier weißen und einem schwarzen kleinen Pelzetwassen daher, die entfernt an Lämmer erinnerten. Die sind aber längst alle verschollen. Vielleicht sind sie einfach erwachsen geworden, und es hat hier niemand so recht bemerkt. 

Stiftung Warentest hätte dieses Tier bestimmt aus dem Verkehr gezogen, aber der große P. hat es über alles geliebt. Nun ist er ja schon vor einiger Zeit ausgezogen. Das Tier nicht. Der kleine Herr L. hat es adoptiert. Und ihm wunderbarsten aller Namen gegeben: Mährie. Wie sonst kann ein Schaf, das bewiesenermaßen weiblich ist, heißen.

Keine Nacht ohne Mährie. Und ganz altersgemäß wird ihr seit einigen Wochen vorgelesen. Vom kleinen Herrn L. Das ist nicht nur rührend, weil Mährie offensichtlich eine gute Zuhörerin ist, sondern auch, weil der Herr S. aus F. und ich im Erdgeschoss gut hören können, wenn der kleine Herr L. im ersten Stock eingeschlafen ist. Denn wenn der Sansoni oder der Garzanti auf dem Boden landen, gibt es schon eine recht ordentliche Erschütterung.

Da ist man natürlich extrem neugierig und würde gerne mal mithören, wenn Mährie vorgelesen bekommt. Das lässt der kleine Herr L. allerdings nicht zu. Schließlich handele es sich um eine Geheimsprache, von der ich nicht das geringste verstünde.

So drastisch hat mein Professor das an der Uni allerdings damals nicht formuliert.

Donnerstag, 18. November 2010

Internationale Küche

Der Kindergarten des kleinen Herrn L., der gar kein Kindergarten ist, sondern ene Elterninitiative, ist der beste Kindergarten der Welt. Wir wollen ihn jetzt doch mal der Einfachheit halber Kindergarten nennen. Die Eltern sind so angaschiert, dass sie, an den drei Tagen in der Woche, an denen Mittagessen angeboten wird, selber kochen.

Da kommen die tollsten Gerichte auf den Tisch. Da essen die lieben Kleinen Sachen, die sie zu hause mit dem Mors nicht ankucken würden und so mit der Zeit entsteht eine klitzekleiner Wettbewerb zwischen Müttern und Vätern, wer das beste Essen kocht. Das ist auch nicht immer leicht, weil die einen nur Bio wollen, die anderen großen Wert auf Ausgewogenheit und Gesundheit legen.

Wieder andere haben sich zum Ziel gesetzt, die Kinder glücklich und satt zu machen. Heute z.B. hat die Mutter von Fräulein J. gekocht.

American Pancakes

Als der noch kleinere Herr L. abgeholt wurde, rannte er auf seine Mama zu. Mama, Mama, heute gab es französiche Pfannkuchen.

Der kleine Herr L. war da nicht so sicher. Auf meine Frage, was es gab, sagte er: Pfannkuchen. Aber keine deutschen.

Italienische, glaube ich.

Freitag, 12. November 2010

Vermissen

Ganz ehrlich? Hier muss gerade niemand traurig sein, dass nix passiert bei Trinelotta. Es passiert zwar eine ganze Menge, vorne und hinten - oben und unten, und zwar bei allen (!) Familienmitgliedern. Aber das wollt ihr gar nicht wissen.
Und weil ich umgeben von Unappetitlichkeiten bin, schreib ich lieber nix. Wenigstens bis hier jeder wieder alles für sich behalten kann.

Dienstag, 2. November 2010

Etwas warmes braucht der Mensch


Jetzt habe ich ja wie eine Verrückte nichts neues gekauft - wie ich es mir vorgenommen hatte. Und dann: Lagerverkauf in meinem Lieblingladen.

Alle guten Vorsätze dahin. Aber ich habe immerhin zehn Monate durchgehalten. Von kleinen Schwächen voher mal abgesehen. 

Eines ist jedenfalls sicher: Mit einem Kilo Mohair im Bestand kann der Winter kommen. Hörst du, Winter: Kannst kommen. Los schon, alte Memme. Hier hat keiner mehr Respekt vor dir, denn hier wirds richtig warm.

Einzige Bedingung: ich müsste mich jetzt mal entscheiden, was ich zuerst mache. Hach, wie kann ich das?

Montag, 18. Oktober 2010

Im Prinzip


Wenn der Herr S. aus F. in ein Entwicklerbüro geht und sagt: guck mal, ich hab da mal was gebastelt. Das geht im Prinzip. Dann hat derjenige, der in diesem Büro sitzt und angesprochen wird echt Pech.

Aber so richtig.

Denn das, was der Herr S. aus F. gebastelt hat und das, was der Kunde fordert, kann unterschiedlicher kaum sein. So rauft sich der arme Mensch, dessen Büro betreten wurde, die Haare und fragt sich, wie er aus dem ihm vor die Füße gekippten Häuflein einen akzeptablen Programmbaustein macht und wie er rechtfertigt, dass nicht nur Stunden, sondern Tage notwendig werden. Es fehlen ja nur noch ein paar Kleinigkeiten. Im Prinzip.

Ich weiß genau, wovon ich schreibe, denn mehr als einmal, war ich der Mensch, der im Büro saß und stillvergnügt vor sich hin entwickelt gehabt hatte. Im Prinzip.

Im Prinzip war auch dieser Pulli bereits vor über einer Woche fertig. Aber dann stellte sich ja heraus, dass ein Probestück im Prinzip eine gute Sache ist. Aber es taugt nur wirklich was, wenn es auch groß genug ist. 15 Maschen sind vielleicht für das Prinzip ausreichend, aber es fehlt doch vieles. VikkelBraids sind nämlich nicht so elastisch und können dann leicht etwas strammen. Und:

dat trekkt sich nich noh lee.

Und zwar gar nicht. Zu stramm ist zu stramm und bleibt zu stramm.



Nach dem zweiten Mal war er dann aber wirklich im Prinzip fertig. Hätte ich das Bündchen gleich dran gemacht, wär alles sofort gut gewesen. Hab ich aber nicht. Ich habe alles abgekettet und den Pulli sogar angehabt als ich mit der Frau T. aus H. im Stadtpark auf der Parkbank saß. Nur so richtig froh war ich damit nicht. Ist das blöd?!

Na, nu ist er jedenfalls richtig fertig.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Kung Fu


Der kleine Herr L., das Fräulein M. und ich haben die Ferien und das schöne Wetter der letzten Woche gut genutzt.

Jetzt kann ich mich wieder der Zeitlupe zuwenden. Denn - auch wenn ich letzt Woche schrieb, dass diese VikkelBraidsDinger flutschen - bis ich "fast as lightning" bin, muss ich wie beim echten Kung Fu noch lange und langsam und noch langsamer und am allerlangsamsten üben.

Damit ich auch genug Übung habe, hier ein Foto von meinen RippelBraids.


So sehen die aus, wenn man es wieder aufmachen muss, wegen Zuengigkeit.